Kiruna Abenteuer in Lappland

Nach der morgendlichen Routine ging es wieder auf die Straße, Ziel Kiruna. Die Etappe war mit knapp 200km nicht wirklich lang, da die Route über eine Passstraße nach Schweden führte, planten wir genug Zeit ein. Die Straße entwickelte sich, umso höher wir kamen, zu einer gleichmäßigen Eispiste, die in einem guten Zustand war. Die eingebrachten Längsrillen boten guten Seitenhalt, doch durch die vielen Anstiege und Gefälle fuhren wir sehr vorsichtig und langsam. Bis Kiruna schafften wir es selten über die 50km/h.

Gegen Nachmittag näherten wir uns Kiruna, der nördlichsten Stadt in Schweden. Früh konnten wir schon die Skipiste und die Erzmine sehen, die das Stadtbild prägen. Unser genaues Ziel in Kiruna war das Camp Alta, das etwas außerhalb von Kiruna liegt und dadurch optimale Bedingungen bietet um Polarlichter zu sehen. Außerdem hatten wir hier einen Standplatz mit Stromanschluss und Duschen.

Am Abend stand nur noch essen und warten auf dem Programm. Warten auf die Polarlichter, die laut Vorhersage an diesem Abend sehr stark sein sollten.

Bei einem Blick nach draußen zeigten sich die ersten grünen Streifen am Himmel und wir gingen raus. Von da an wurde es immer besser, die Polarlichter wurden immer stärker und farbenfroher. Sie wechselten die Farben von grün zu violett, sie tanzten in Kronenform über unseren Köpfen und erhellten den Himmel. Ein atemberaubender Moment der schwer in Worte zu fassen ist. Nach über einer halben Stunde zog dann leider eine Wolke über das Camp und beendete das Schauspiel, bis in die Nacht beobachteten wir den Himmel, ob sich nochmal ein Loch in der Wolkendecke auftut, doch leider gab es keine Lücke mehr.

Der erste Tag in Kiruna startete früh am Morgen, wir hatten eine Schneemobiltour mit dem Besuch des Ice Hotels und des Samen Museums gebucht. Da die Temperaturen in der Nacht auf -20°C gefallen waren, waren wir ganz froh, dass wir Thermoanzüge und Schuhe für die Tour bekamen. Nach kurzer Einweisung auf die Motorschlitten ging es auch schon los, mit zwei Runden um den See um ein Gefühl für das Gefährt zu bekommen. Anschließend fuhren wir Richtung Hotel. Dort angekommen hatten wir Zeit das Hotel und das Museum zu besichtigen.

Das Ice Hotel besteht aus einem Teil der jedes Jahr neu aufgebaut wird und einem zweiten Teil der das ganze Jahr steht. Sozusagen wurde der eine Teil des Ice Hotel in einen riesigen Kühlschrank gebaut. Die meisten Zimmer sind durch Künstler aus der ganzen Welt entworfen und einzigartig. Nur eines haben alle Zimmer gemeinsam, das Bett steht in einen Zimmer aus Eis und Schnee. Die Temperatur in den Zimmern beträgt kühle -5°C.

Jetzt ging es zu den Samen, den Uhreinwohnern von Lappland. In einem kleinen Museum konnten wir uns anschauen, wie diese Menschen bei Wind und Wetter bei und mit Ihren Rentieren lebten und immer noch leben. Eindrucksvoll war auch zu sehen, wie sich ihr Leben durch die Modernisierung gewandelt hat, sie ihre Traditionen aber dennoch pflegen. Auf dem Rundgang galt es auch mit dem wichtigsten Tier der Samen in Kontakt zu kommen, dem Rentier. In einem kleinen Gehege konnten wir 3 Tiere füttern und so lange wir Futter hatten durften wir die Tiere auch streicheln. Als die Tüte leer war, zogen die Tiere weiter. Der Abschluss bei den Samen war dann in der großen Jurte, in der es geräuchertes Rentier mit Preiselbeeren im Fladen gab. Die Tiere sind nicht nur süß und helfen dem Weihnachtsmann, nein sie schmecken auch gut.

Nun zurück ins Camp, wir starteten unsere Schneemobile und ab ging es durch die Dunkelheit. Auf dem See vor unserem Camp angekommen stellte unser Guide noch den Sportmodus im Motorschlitten ein und grinste. Die letzten Runden auf dem See ging es flott voran, auf der Geraden flogen wir mit knappen 100 Sachen über den Schnee und auch durch den Tiefschnee pflügten wir mit voller Leistung. Es machte riesigen Spaß.

Für den Abend heizten wir die Sauna auf dem See ein und schwitzten ein paar Runden, was bei der Kälte auch ganz gut tut. Zum Abschluss flackerten noch ein paar grüne Polarlichter am Horizont.

Am zweiten Tag im Camp hatten wir eine Tour mit Hundeschlitten gebucht. Hier wurden wir um 9 abgeholt und zur Hundestadion gebracht. Unser Guide wartete schon und wie man es sich vorstellt stand da ein waschechter Berliner. Zufällig war unsere Gruppe auch noch rein deutschsprachig. Nach einer kurzen Einweisung ging es zu den Schlitten. Die Hunde jaulten und bellten wie wild und machten damit klar, dass sie los wollen. Sobald die Bremse gelöst war, zogen die 5 Hunde sofort an und es ging aus der Station raus in die Natur. Die Tour führte uns durch den Wald und über zugefrorene Gewässer, das einzige was man hörte war der knirschende Schnee unter den Kufen und die Hunde, wie sie hechelten. Ein beeindruckendes Gefühl von 5 HP (Hundepower) gezogen zu werden. Bei der Pause im Wald gab es zur Stärkung einen Eintopf vom Lagerfeuer und wir hatten Gelegenheit die Hunde zu streicheln. Nach einiger Zeit wurden die Hunde wieder deutlich unruhiger und wollten los, einfach nur laufen. Nach guten 30 km Tour waren wir wieder zurück.

Am Abend lassen wir uns noch ein Steak vom Grill schmecken und bereiten uns auf die Weiterfahrt vor. Morgen früh geht es weiter in Richtung Süden, nach Hause.

Die Tage in Kiruna haben uns das Limit von Knut gezeigt. Bei -20°C muss die Standheizung ordentlich heizen, dass es im Auto erträglich bleibt. Wir waren sehr froh die 4kW Heizung zu haben, da sie fast auf voller Leistung über mehrere Tage lief. Leider ging nicht alles glatt. Unsere Frostsicherung im Wasser hat versagt und wir mussten unser Wasser auskippen, um die Pumpe zu schützen und auch das Radio hat etwas abbekommen. In unserem Radioschacht hat sich so viel Kondenswasser angesammelt, dass das Radio nicht mehr ging. Wir hoffen, dass es nach der Trocknung wieder läuft, sonst müssen wir auf den 3000km Heimweg viele Lieder selber singen.

Eine Antwort auf „Kiruna Abenteuer in Lappland“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*